Eine Flurkarte zeigt, wo Ihr Grundstück anfängt und wo es aufhört, parzellenscharf, maßstabsgetreu und auf Grundlage des amtlichen Liegenschaftskatasters. Sie ist damit das genaueste Dokument über die Lage und den Zuschnitt eines Grundstücks, das es in Deutschland gibt.
Die kurze Definition
Die Flurkarte ist die kartographische Darstellung aller Flurstücke eines Gebiets mit ihren Grenzen, Nummern, Gebäuden und Nutzungsarten. Sie ist der zeichnerische Teil des Liegenschaftskatasters; der beschreibende Teil steht im Liegenschaftsbuch. Seit der bundesweiten Einführung von ALKIS heißt sie amtlich Liegenschaftskarte: inhaltlich ist das dasselbe Dokument.
Flurkarte ist nicht Grundbuch
Die Flurkarte beantwortet die Frage wo und wie groß. Wem das Grundstück gehört und welche Rechte darauf lasten, steht im Grundbuch beim Amtsgericht. Beide Register verweisen aufeinander, sind aber getrennt geführt.
Was auf einer Flurkarte steht
- Flurstücksgrenzen: der genaue Verlauf jeder Grundstücksgrenze
- Flurstücksnummern: Zähler und, wenn geteilt wurde, Nenner
- Gebäude: Grundrisse aller kartierten Bauwerke
- Nutzungsarten: Wohnbaufläche, Landwirtschaft, Wald, Gewässer, Verkehrsfläche
- Topographie: Straßen, Wege, Böschungen, Gewässerläufe
- Beschriftungen: Straßennamen, Hausnummern, Gemarkungsnamen
- Maßstab und Nordpfeil: damit sich Strecken auf dem Ausdruck messen lassen
Flurstückskennzeichen: Gemarkung, Flur, Zähler, Nenner
Jedes Flurstück in Deutschland hat eine eindeutige Kennung. Sie besteht aus vier Teilen, und wer sie einmal verstanden hat, findet sein Grundstück in jedem Kataster wieder.
- Gemarkung: ein abgegrenzter Bezirk des Katasters, meist deckungsgleich mit einem Ort oder Ortsteil. Eine Stadt besteht oft aus Dutzenden Gemarkungen; Köln zum Beispiel aus über achtzig.
- Flur: eine Untergliederung der Gemarkung. Nicht alle Bundesländer nutzen sie: Sachsen etwa führt keine Flurnummern.
- Zähler: die eigentliche Flurstücksnummer.
- Nenner: kommt hinzu, wenn ein Flurstück geteilt wurde. Aus „45" werden dann „45/1", „45/2" und so weiter.
Ein vollständiges Kennzeichen liest sich also etwa als Gemarkung Ehrenfeld, Flur 12, Flurstück 45/2. In der Datenbank steht dafür eine 20-stellige Ziffernfolge, in der Landeskennung, Gemarkungsnummer, Flur, Zähler und Nenner aneinandergereiht sind.
Nummer unbekannt?
Sie brauchen das Kennzeichen nicht auswendig. Suchen Sie über die Adresse, die Karte zeigt Ihnen anschließend Gemarkung, Flur und Nummer Ihres Flurstücks an.
Woher die Daten kommen: ALKIS
ALKIS steht für Amtliches Liegenschaftskatasterinformationssystem. Es hat ab 2009 die getrennten Systeme Automatisierte Liegenschaftskarte (ALK) und Automatisiertes Liegenschaftsbuch (ALB) abgelöst und führt Geometrie und Sachdaten in einem bundesweit einheitlichen Modell zusammen. Gepflegt wird ALKIS von den Vermessungsverwaltungen der Länder, deshalb unterscheiden sich Verfügbarkeit, Gebühren und Aktualität von Bundesland zu Bundesland.
Alle Karten auf DeineFlurkarte.de entstehen direkt aus diesen amtlichen ALKIS-Daten. Sie sind inhaltlich identisch mit dem, was das Katasteramt zeigt, tragen aber keine Beglaubigung.
Wofür man eine Flurkarte braucht
- Bauantrag und Lageplan: als Grundlage für den amtlichen Lageplan, den ein ÖbVI erstellt
- Grundstückskauf: Zuschnitt, Grenzverlauf und Nachbarschaft prüfen, bevor der Notartermin steht
- Grundsteuer: die amtliche Fläche im Bescheid gegenprüfen
- Planung und Entwurf: als Zeichnungsgrundlage in CAD, dafür eignet sich das DXF-Format
- Vermessung: Vorbereitung einer Grenzfeststellung oder Teilung
- Exposé und Finanzierung: Banken und Käufer wollen den Grundstückszuschnitt sehen
Warum die „amtliche Fläche" zählt
Auf der Flurkarte steht zu jedem Flurstück eine amtliche Fläche in Quadratmetern. Sie kann geringfügig von dem abweichen, was Sie beim Nachmessen auf der Karte herausbekommen, rechtlich maßgeblich ist immer der eingetragene Wert. Für Grundsteuer, Kaufvertrag und Bauantrag ist er die verbindliche Größe.
Was maßstabsgetreu bedeutet
Maßstabsgetreu heißt: Was Sie auf dem Ausdruck messen, lässt sich in reale Meter umrechnen. Bei 1:1000 entspricht 1 cm auf dem Papier genau 10 m in der Natur, bei 1:500 sind es 5 m. Damit das beim Drucken erhalten bleibt, muss im PDF-Viewer die Option Tatsächliche Größe gewählt sein, nicht An Seite anpassen. Die Maßstabsleiste auf der Karte dient zur Kontrolle.
Flurkarte für Ihr Grundstück
Adresse oder Flurstücksnummer eingeben, maßstabsgetreu als PDF oder DXF, sofort nach Bezahlung.
Flurstück suchenFlurkarte, Lageplan, Bebauungsplan: was ist was?
| Dokument | Zeigt | Herausgeber |
|---|---|---|
| Flurkarte / Liegenschaftskarte | Grenzen, Nummern, Gebäude, Nutzung | Katasteramt |
| Amtlicher Lageplan | Flurkarte plus Bauvorhaben und Maße | ÖbVI |
| Bebauungsplan | was gebaut werden darf | Gemeinde |
| Grundbuchauszug | Eigentum, Lasten, Rechte | Amtsgericht |
Zur Abgrenzung der drei Kartenbegriffe untereinander lesen Sie Flurkarte, Liegenschaftskarte, Katasterkarte: wo liegt der Unterschied?. Wie Sie an das Dokument kommen, steht in Flurkarte beantragen.
Fazit
Die Flurkarte ist die verlässlichste Auskunft über Lage, Zuschnitt und Größe eines Grundstücks. Wer die vier Bestandteile des Flurstückskennzeichens kennt, findet sein Grundstück überall wieder: Gemarkung, Flur, Zähler, Nenner. Und wer keine Beglaubigung braucht, hat die Karte in wenigen Minuten als PDF oder als CAD-fähiges DXF vorliegen.